Wappen von Lintorf
Lintorf ist ein Stadtteil im nordwestlichen Gebiet der
Stadt Ratingen
am Übergang des Vorlandes des Bergischen
Landes in die niederrheinische
Tiefebene. Der Stadtteil grenzt an den Mülheimer
Stadtteil Selbeck und den Duisburger
Stadtteil Rahm
im Norden und im Westen an den Düsseldorfer Stadtteil Angermund.
Höhe 35 m über NN. Einwohner: 3671 (1939), 14.954
(2003, als Stadtteil). Fläche 16,85 km² (2003, als Stadtteil).
Koordinaten: 51° 19′ 58″ N,
6° 49′ 51″ O
Lintorf liegt an der vielbefahrenen Güterzugstrecke
Duisburg-Düsseldorf, auf der zwischen 1876 und 1983 auch
Personenzüge verkehrten. Der Ort ist umgeben von den Autobahnen
A 52
(Essen-Düsseldorf,
Ausfahrt Ratingen-Tiefenbroich), A 524
(Autobahnkreuz Breitscheid - Duisburg-Rahm (-Krefeld),
Ausfahrt Ratingen-Lintorf), A 3
(Oberhausen-Köln,
Ausfahrt A 52) und liegt im nördlichen Rand der
Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens (3 km
Luftlinie).
Die bäuerliche Streusiedlung, die urkundlich erstmals im
Jahre 1052
erwähnt wird, entwickelte sich in der Zeit nach dem Zweiten
Weltkrieg mit Schwerpunkt in den 70er Jahren zu einem
Wohnvorort der umliegenden Großstädte, vornehmlich von Düsseldorf
(ca. 17 km).
Lintorf liegt am Dickelsbach,
der in Ratingen-Hösel
entspringt und etwa 15 km nördlich in Duisburg
in den Rhein
mündet. Der kleine Bach war Jahrhunderte lang die Lebensader
des Ortes. So trieb er viele Mühlen an und diente als
Wasserreservoir für Mensch und Tier. Oft versetzte er die
Bewohner des auf der Niederterrasse
des Rheins gelegenen Ortes in Not, wenn er über die Ufer trat
und Dorf und die mageren Äcker überflutete.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte der
Bleiabbau im Waldgebiet „Die Drucht“ einige Bedeutung, sowie
die Ton- und Kiesgewinnung, in der Nachkriegszeit des Zweiten
Weltkrieges die Zweiradwerke Hoffmann (Lizenzfertigung des
Motorrollers Vespa),
die Firma Constructa
(Waschmaschinen), sowie die Firma Hünnebeck
(Schalungen und Gerüste). Der Abriss fast des gesamten alten
Dorfkerns mit seiner Mischung aus bergischem Fachwerk und
niederrheinischem Klinker erfolgte bis 1975, vernichtete den
Eigencharakter und führte zu einer nüchternen Neubebauung. Die
umliegenden Wälder sind ein beliebtes Ausflugsgebiet.
Wenn auch zum Teil Schlafstadt für umliegende Städte, hat
sich Lintorf doch einen eigenständigen Charakter bewahrt. Die
Lintorfer, organisieren sich in einem regen Vereinsleben,
veranstalten Dorf-, Kirchen- und Parteifeste und als Höhepunkt
des Jahres das Schützenfest
im August. Namentlich am Lintorfer Markt, dem Konrad-Adenauer
Platz und an der Speestraße befinden sich relativ viele
Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf.
Sehenswertes
- Kath.
Pfarrkirche St. Anna, dreischiffige, neuromanische Säulenbasilika,
1878 von A. Lange errichtet, mit bemerkenswerter
Raumausmalung der Erbauungszeit von H. Nüttgens und mit
Glasgemälden von A. Derix und J. Strater (1947/49).
- Evang. Kirche, schlichter Saalbau von 1867 mit
vorgestelltem Turm
- Helpensteinmühle
- Altes Fachwerkhaus "Am Markt"
Bekannte Persönlichkeiten: Johann
Peter Melchior
Politische
Gliederung
Jahrhundertelang unterstand Lintorf dem Amt
Angermund und war dort abgabenpflichtig. Nach der Abtretung
des Herzogtums
Berg an das Haus Bonaparte durch die Wittelsbacher im
Dezember 1805 endeten die gewachsenen Verhältnisse abrupt.
Lintorf wurde nun zum Flecken in der Marie Angermund im
Departement Rhin. Nach dem Untergang der Franzosenherrschaft im
November 1813 ordnete der König von Preußen seine Lande neu.
Die Rheinprovinz
(so genannt seit 1830) erhielt im Juli 1815 einen
Regierungsbezirk Düsseldorf, im April 1816 darin einen Landkreis
Düsseldorf (von 1820-72 nur Kreis), der auch die Bürgermeisterei
Angermund umfasste, und mir der Einführung der Kreisordung im
Mai 1887 entstand endlich die Landgemeinde Lintorf. Bei der nächsten
Verwaltungsneuordnung 1929 verliert Lintorf große Gebietsteile
an den Stadtkreis Duisburg-Hamborn
und gehört nun zum Kreis (von 1939-69 aber Landkreis) Düsseldorf-Mettmann,
der sich aus den Resten der beiden namensgebenden Vorgängerkreise
zusammensetzte. Mit der Einführung der Deutschen
Gemeindeordnung im April 1935 entsteht dann die Gemeinde Lintorf.
Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbstständige
politische Gemeinde Lintorf vom Landtag NRW gegen den Widerstand
einer breiten Mehrheit der Einwohner in die Stadt Ratingen
eingemeindet. Verwaltungstechnisch gehörte Lintorf von
1929−1974 zum Amt
Angerland (bis 1950 Amt
Ratingen Land genannt). Verwaltungssitz des Amtes war seit
1949 Lintorf. Von 1949 bis 1955 befand sich dabei die
Amtsverwaltung im Saal der Gaststätte Holtschneider (im ehem.
Franzensgut, Abriss 1967), dann im neu erbauten Rathaus an der
Speestraße/Ecke Krummenweger Straße.
Seit 1975 ist Lintorf Stadtteil der Stadt Ratingen,
Kreis
Mettmann, Regierungsbezirk
Düsseldorf, Land Nordrhein-Westfalen,
Bundesrepublik
Deutschland.
Bevölkerungsentwicklung
des Stadtteiles
| 1939 |
1950 |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
| 3.671 |
6.263 |
14.951 |
15.069 |
15.048 |
15.138 |
15.148 |
15.305 |
15.278 |
Stand: Juni 2006 Quelle:Amt für Stadtplanung,
Vermessung und Bauordnung Statistikstelle der Stadt Ratingen
Quelle: Wikipedia.de